Azoo vs Shopify: Der ehrliche Vergleich für deinen eigenen Onlineshop (2026)
Kurz gesagt: Azoo ist einfacher und nimmt dir Technik, Recht-Setup und Schnittstellen ab; Shopify ist flexibler und ab gut 1.000 Euro Monatsumsatz auf die reinen Kosten günstiger. Für nicht-technische Handmade-Shops am Start ist Azoo die ruhigere Wahl, für Wachstum und Gestaltungsfreiheit Shopify.
Du willst raus aus der Etsy-Abhängigkeit und einen eigenen Onlineshop. Zwei Namen tauchen immer wieder auf: Azoo und Shopify. Beide versprechen dir einen Shop ohne Programmierkenntnisse. Aber sie funktionieren grundverschieden im Preismodell, in der Einrichtung und in der Frage, wer die Arbeit macht.
Ich habe beide mit den echten Euro-Preisen durchgerechnet (Stand Juni 2026, direkt von den Anbieterseiten) und drei Umsatzszenarien gegenübergestellt. Vorweg das Ergebnis, das viele überrascht: Azoo ist nicht das billigere System. Auf den reinen Plattformkosten ist Shopify ab einem gewissen Umsatz sogar günstiger. Azoos Wert liegt woanders. Wo genau, steht unten.
Transparenz vorab: Ich verkaufe selbst über einen Shopify-Shop, nicht über Azoo. Für Azoo habe ich einen Test-Shop und arbeite eng mit Gründer Joscha zusammen, wir haben gemeinsam die Schnittstelle entwickelt, die einen Azoo-Shop automatisch mit der Buchhaltung in Lexware Office verbindet. Auf azoo.co bin ich als empfohlene Expertin gelistet. Über Partner-Links zu beiden Systemen – dem Azoo-Code und einem Shopify-Referral-Link – kann ich eine kleine Provision verdienen. Heißt: Ich kenne beide aus der täglichen Praxis und verdiene an beiden ein wenig,mir ist also ehrlich egal, wofür du dich entscheidest. Genau deshalb rechne ich beide offen durch und sage auch, wo Shopify die bessere Wahl ist.
Kurz vorab: Wann Azoo, wann Shopify
| Azoo | Shopify | |
|---|---|---|
| Gemacht für | Handmade, kleine bis mittlere DIY-Labels in DE | E-Commerce jeder Größe, international |
| Preismodell | Umsatzabhängig: 33 € bis 1.000 €, 66 € bis 3.000 €, dann 2,2 % | Fester Plan ab 25 €/Monat + Kartengebühr pro Verkauf |
| Einrichtung | Anbieter übernimmt die Technik, persönlicher Ansprechpartner | Du baust selbst, geführt per Assistent + 24/7-Chat |
| Recht & Server | System anwaltlich geprüft, Server in DE; Rechtstexte separat | International; Rechtstexte und DE-Setup selbst, separat |
| Schnittstellen | Wichtigste vorinstalliert (Brevo, Billbee, IT-Recht, ShopVote) | Alles über App Store, riesige Auswahl, teils kostenpflichtig |
| Design/Themes | Fertiges Layout inklusive, wenig Auswahl | Free-Themes + Premium (100–450 € einmalig), volle Freiheit |
| Günstig bei | ganz am Start (unter ~1.000 € Umsatz), ohne Bindung | ab rund 1.000 € Umsatz aufwärts |
| Support | Deutsch, persönlich, im Preis | 24/7-Live-Chat, Self-Service-Doku |
Die Kurzfassung: Auf den reinen Kosten nehmen sich beide am Start fast nichts; mit wachsendem Umsatz wird Shopify günstiger, weil Azoos Prozentmodell mitwächst. Du wählst Azoo nicht, weil es billiger ist, sondern weil es dir Technik, Einrichtung und Schnittstellen abnimmt und auf deutschen Servern mit persönlichem Support läuft. Du wählst Shopify, wenn du mehr Gestaltungsfreiheit, ein riesiges App-Ökosystem und niedrigere Skalierungskosten willst und bereit bist, selbst zu bauen.
Was ist Azoo? Was ist Shopify?
Azoo ist ein deutsches Shopsystem aus der Cloud, spezialisiert auf Handmade und kleine Labels. Server in Deutschland, DSGVO-konform programmiert, das Shopsystem selbst ist anwaltlich durch die IT-Recht Kanzlei München geprüft. Der Kern: Du kümmerst dich nicht um Technik. Domain, SSL, SEO-Grundgerüst, Instagram-Shopping, Schnittstellen, Azoo richtet das ein oder hat es vorinstalliert. Etsy-Import ist kostenlos dabei. Bezahlt wird über Stripe und PayPal.
Shopify ist der weltweite Marktführer, börsennotiert, aus Kanada. Riesiges Ökosystem, über 8.000 Apps, jede erdenkliche Funktion nachrüstbar. Shopify ist mächtiger und flexibler als Azoo, überlässt dir aber die Arbeit: Du baust, du sicherst rechtlich ab, du wählst und bezahlst Apps und Theme. Die Einrichtung ist per Assistent und KI-Hilfe (Sidekick) geführt, der Support läuft 24/7 über Live-Chat.
Der Unterschied in einem Satz: Azoo nimmt dir Entscheidungen ab. Shopify gibt dir Optionen. Was besser ist, hängt davon ab, ob du Zeit oder Kontrolle wichtiger findest.
Die echten Kosten: Tarife im Klartext
Azoo: Du zahlst nach Umsatz
| Plan | Bedingung | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| Free | 2 Wochen testen | 0 € |
| Pro | bis 1.000 € Umsatz/Monat | 33 € |
| Pro | bis 3.000 € Umsatz/Monat | 66 € |
| Pro | ab 3.000 € Umsatz/Monat | 2,2 % vom Umsatz, max. 999 € |
Keine Provision auf einzelne Verkäufe, keine Vertragslaufzeit, jederzeit kündbar. Für die Blog-Funktion zahlst du 7,50 Euro Aufpreis. Dazu kommen die Gebühren deines Zahlungsanbieters (Stripe/PayPal) und optionale Erweiterungen.
Shopify: Fester Plan plus Kartengebühr
| Plan | Jährlich/Monat | Monatlich/Monat | Online-Kartengebühr (EU) |
|---|---|---|---|
| Starter | – | 5 € | 5 % pro Verkauf (kein echter Shop) |
| Basic | 25 € | 36 € | 2,1 % + 0,30 € |
| Grow | 66 € | 105 € | 1,8 % + 0,30 € |
| Advanced | 289 € | 384 € | 1,6 % + 0,30 € |
| Plus | ab 2.100 € | ab 2.100 € | wettbewerbsfähig |
Die günstigen Preise gelten im Jahresabo (12 Monate Bindung). Monatlich kündbar kostet Basic 36 € – dann liegt Azoo mit 33 € ohne Bindung sogar darunter. Nutzt du einen externen Zahlungsanbieter statt Shopify Payments, kommen zusätzlich 2 % (Basic), 1 % (Grow) oder 0,6 % (Advanced) obendrauf.
Zur Einordnung der Bezahlgebühren: Stripe kostet in Deutschland 1,4 % + 0,25 € pro EU-Kartenzahlung, PayPal 2,49 % + 0,35 €. Shopify Payments liegt im Basic-Plan bei 2,1 % + 0,30 €. Auf der Bezahlseite ist Azoo mit Stripe also günstiger als Shopify Basic. Den Unterschied macht der Plattform-Anteil.
Drei Umsatzszenarien durchgerechnet
Annahmen, damit es fair bleibt: durchschnittlicher Bestellwert 35 € (typisch Handmade), Bezahlung über Stripe bei Azoo bzw. Shopify Payments bei Shopify Basic. Ich rechne Shopify monatlich kündbar (36 €), weil Azoo grundsätzlich monatlich ohne Bindung läuft. Nur so vergleichst du Gleiches mit Gleichem. Mit Shopify-Jahresabo (25 €, 12 Monate Bindung) sinkt der Shopify-Wert in jeder Tabelle um 11 €. Verglichen werden nur Plattform plus Bezahlgebühr; Rechtstexte, Cookie-Banner, Theme und Apps stehen separat (Hinweis unter den Tabellen).
Szenario 1: unter 1.000 € Umsatz (hier: 800 €, ~23 Bestellungen)
| Posten | Azoo | Shopify Basic |
|---|---|---|
| Plattform | 33 € (ohne Bindung) | 36 € (monatliche Zahlweise) |
| Bezahlgebühr | ~17 € (Stripe) | ~24 € (Shopify Payments) |
| Summe/Monat | ~50 € | ~60 € |
Lesart: Am Start ist Azoo ohne Bindung sogar günstiger, rund 10 € im Monat. Bindest du dich bei Shopify ein Jahr (25 €), sind beide gleichauf. Der Preis entscheidet hier wenig, die Einrichtung tut es. Shopifys 5-Euro-Starter ist zwar billiger, aber kein echter Shop, nur ein Kauf-Button mit 5 % Gebühr.
Szenario 2: 4.000 € Umsatz (~114 Bestellungen)
| Posten | Azoo | Shopify Basic |
|---|---|---|
| Plattform | 88 € (2,2 % von 4.000 €) | 36 € (monatliche Zahlweise) |
| Bezahlgebühr | ~85 € (Stripe) | ~118 € (Shopify Payments) |
| Summe/Monat | ~173 € | ~154 € |
Lesart: Hier zieht Shopify vorbei. Azoos Plattformgebühr ist auf 2,2 % gesprungen (88 €), Shopify bleibt bei 36 € (im Jahresabo 25 €). Azoos günstigere Stripe-Gebühr gleicht das nicht aus. Differenz rund 20 € im Monat (mit Jahresabo ~30 €) – überschaubar, aber Azoo ist ab hier nicht mehr das günstigere System.
Szenario 3: über 10.000 € Umsatz (hier: 12.000 €, ~343 Bestellungen)
| Posten | Azoo | Shopify Basic |
|---|---|---|
| Plattform | 264 € (2,2 % von 12.000 €) | 36 € (monatliche Zahlweise) |
| Bezahlgebühr | ~254 € (Stripe) | ~355 € (Shopify Payments) |
| Summe/Monat | ~518 € | ~391 € |
Lesart: Jetzt ist der Abstand deutlich, rund 125 € im Monat zugunsten Shopify. Azoos Prozentmodell schlägt mit 264 € Plattformgebühr durch. Fairerweise zwei Punkte für Azoo: Die Plattformgebühr ist bei 999 € gedeckelt (erreicht ab ~45.000 € Umsatz), und ein Shop dieser Größe fährt auf Shopify schnell einen Stapel kostenpflichtiger Apps, der den Abstand wieder zusammenschmelzen lässt (dazu unten aus eigener Erfahrung). Trotzdem: Auf die reine Plattform-Rechnung gewinnt Shopify mit wachsendem Umsatz.
Wichtig zu Recht und Cookies: Abmahnsichere Rechtstexte (AGB, Widerruf, Datenschutz, Impressum) und ein Cookie-Banner kosten auf beiden Systemen extra. Über einen Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei (ab 9,90 €/Monat) oder den Händlerbund (ab ~20 €/Monat). Auch bei Azoo. Deshalb stecken sie in keiner Summe oben. Der Unterschied liegt nicht im Preis der Texte, sondern darin, wie viel Absicherung das System dir abnimmt (dazu unten).
Der Kipppunkt
Auf die reinen Plattform- und Bezahlkosten ist Shopify schon ab gut 1.000 Euro Monatsumsatz günstiger – genau an der Stufe, wo Azoos Plattformpreis von 33 auf 66 Euro springt. Darunter ist Azoo (ohne Bindung) leicht günstiger. Aber: Diese Rechnung ist nur die halbe Wahrheit, denn bei Shopify kommen die Apps dazu – dazu gleich aus eigener Erfahrung.
Heißt im Klartext: Du entscheidest nicht über den Preis, sondern über den Aufwand. Was dir die persönliche Betreuung, der Wegfall von App- und Theme-Pflege und das eingebaute deutsche Setup wert sind, wiegt bei kleinen Shops mehr als der meist niedrige zweistellige Kostenunterschied. Bei einem 12.000-Euro-Shop, der ohnehin Personal und Prozesse hat, fällt der Preisvorteil von Shopify stärker ins Gewicht.
Ersteinrichtung: Wie komplex, und gibt es Hilfe?
Das ist für viele Handmade-Verkäuferinnen wichtiger als der Preis. Hier liegt der größte praktische Unterschied.
Azoo = niedrige Komplexität, viel Hilfe. Du brauchst keine Programmierkenntnisse. Produkte fügst du per Drag-and-drop ein oder nutzt den kostenlosen Artikel-Import (inklusive Etsy-Import). Azoo übernimmt Domain-Einrichtung, SSL, DNS, Ladezeit-Optimierung und das Einrichten der Schnittstellen. Für alles, was sich nicht automatisieren lässt, bekommst du einen persönlichen Techniker an die Hand, der es für dich macht. Der Support ist deutsch und laut Kundenstimmen schnell erreichbar. Für jemanden, der mit Technik auf Kriegsfuß steht, ist das der entscheidende Punkt.
Shopify = mehr Komplexität, viel mehr Eigenleistung. Die Einrichtung läuft über einen Assistenten plus den KI-Helfer Sidekick, dazu eine riesige Dokumentation und 24/7-Live-Chat-Support (auf Deutsch verfügbar). Trotzdem: Du baust selbst. Theme wählen und anpassen, Zahlungsarten einrichten, Versand konfigurieren, Rechtstexte über eine App einbinden, Steuer- und DSGVO-Einstellungen setzen, passende Apps finden. Das ist alles machbar und gut dokumentiert, aber es sind viele Schritte und es bleibt deine Verantwortung. Wer Technik mag oder jemanden hat, der hilft, gewinnt dafür volle Kontrolle.
Kurz: Azoo ist „für dich erledigt“, Shopify ist „du machst es, mit Anleitung“.
Themes und Design
Shopify hat den größeren Katalog: rund ein Dutzend kostenlose Themes direkt von Shopify (etwa Dawn oder das neuere Horizon), dazu Premium-Themes für einmalig 100–450 €. Die Investition ist einmalig, keine laufenden Kosten. Mehr Auswahl, mehr Gestaltungsfreiheit – aber auch mehr Entscheidungen und Feintuning, das du selbst übernimmst. Du kannst kostenlos starten und später ein Premium-Theme kaufen.
Azoo liefert das Design fertig mit, im Preis enthalten, kein Theme-Kauf. Du gestaltest per Drag-and-drop in einem responsiven Grundlayout. Weniger Spielraum für ausgefallene Designs, dafür kein Code, kein Kauf, kein Verzetteln. Für Handmade-Produkte, die über gute Fotos verkaufen, reicht das meist.
Ehrlich: Willst du ein einzigartiges, pixelgenau gebrandetes Storefront, gibt dir Shopify mehr. Willst du schnell einen sauberen Shop und deine Energie ins Produkt stecken, ist Azoo der ruhigere Weg.
Erweiterungen, Cookie-Banner und der Blog
Bei den Zusatzkosten lohnt der genaue Blick, weil hier oft falsch verglichen wird.
Cookie-Banner kostet auf beiden Seiten. Bei Azoo ist es eine Erweiterung für 6,90 €/Monat. Bei Shopify brauchst du dafür ebenfalls eine Lösung – entweder die native Consent-Funktion plus eine Consent-Management-App (viele davon kostenpflichtig). Kein System schenkt dir das rechtssichere Banner.
Azoos optionale Erweiterungen: Shop-Blog 7,50 €/Monat, Wunsch-Domain 3 €/Monat, Cookie-Banner 6,90 €/Monat, B2B-Shop ab 33 €/Monat. Den Rest hat Azoo inklusive.
Wie wichtig ist der Blog für SEO? Ehrliche Einordnung: Ein Shop-Blog kann SEO helfen – über informative Inhalte, interne Verlinkung und Themen-Autorität. Aber für einen kleinen Handmade-Shop ist er selten der entscheidende Hebel. Mehr Sichtbarkeit holst du in der Regel aus guten Produkt- und Kategorietexten, aus Pinterest und Instagram und vor allem aus einer eigenen Newsletter-Liste. Heißt: Die 7,50 € für den Azoo-Blog sind kein Pflichtposten. Wenn Bloggen dein Hauptkanal werden soll, ist ohnehin keines der beiden Shopsysteme ein vollwertiger WordPress-Ersatz. Dann denk über einen separaten WordPress-Blog auf einer Subdomain nach. Für die meisten ist die Newsletter-Liste der bessere Sichtbarkeits-Hebel; genau dafür gibt es meinen Newsletterkurs.
Shopify bringt einen Blog kostenlos mit, der aber funktional schwach und seit Jahren kaum weiterentwickelt ist. In Sachen Content sind also beide eher Mittelmaß.
Schnittstellen: Newsletter, Versand, Recht, Buchhaltung
Hier zeigt sich die Philosophie am deutlichsten: Azoo hat die wichtigsten Schnittstellen vorinstalliert, bei Shopify holst du sie aus dem App Store.
| Bereich | Azoo | Shopify |
|---|---|---|
| Newsletter | Brevo-Schnittstelle eingebaut (deutsch, DSGVO) | Shopify Email eingebaut (Gratis-Kontingent) + Brevo-/Klaviyo-App |
| Versand | über Billbee-Schnittstelle (Etiketten, Carrier) | DHL-, Sendcloud-, Billbee-App (170+ Carrier), teils kostenpflichtig |
| Recht | IT-Recht-Kanzlei-Schnittstelle eingebaut (Texte separat) | IT-Recht-Kanzlei-App vorhanden (Texte separat) |
| Multichannel | Billbee eingebaut (Etsy, Marktplätze) | Billbee-App (deutsch) |
| Bewertungen | ShopVote/TrustedShops eingebaut | Judge.me u. a. (kostenlos bis ~15 €/Monat) |
| Social Shopping | Instagram/Facebook/Pinterest eingebaut | über Kanäle/Apps einrichtbar |
| Buchhaltung (Lexware Office) | Kassenklingeln-Sync (automatisch, tagesaktuell) | keine vergleichbare Direktanbindung von mir |
Der Punkt ist nicht, dass Shopify weniger kann – im Gegenteil, über den App Store oft mehr. Der Punkt ist: Bei Azoo sind die für deutsche Handmade-Shops typischen Schnittstellen schon da und eingerichtet. Bei Shopify suchst, verbindest und bezahlst du sie selbst. Mehr Freiheit, mehr Arbeit, teils mehr Kosten.
Bezahloptionen: Was deine Kunden erwarten
Fehlende Bezahlarten sind ein stiller Umsatz-Killer. Wer PayPal oder Klarna nicht findet, bricht den Kauf ab – Vorkasse per Überweisung allein reicht heute nicht mehr. Beide Systeme decken die wichtigen Methoden ab, der Weg dahin ist unterschiedlich.
Azoo: PayPal sowie – über Stripe – Kreditkarte, Klarna, WERO/iDEAL und EPS. Dazu eingebaut: Vorkasse, Kauf auf Rechnung (B2B), Abholung und Bezahlung bei Abholung. Voraussetzung sind ein Stripe- und/oder PayPal-Konto, die du einmalig in den Einstellungen verbindest.
Shopify: Shopify Payments für Karten, dazu PayPal, Klarna, Sofort, iDEAL, Bancontact, EPS und weitere lokale Methoden. Kauf auf Rechnung und Vorkasse laufen meist über eine Zusatz-App. Achtung Gebührenlogik: Nutzt du statt Shopify Payments einen externen Anbieter, schlägt Shopify 2 % (Basic), 1 % (Grow) oder 0,6 % (Advanced) obendrauf.
Unterm Strich: Beide bringen PayPal, Klarna und Karte mit, das Wichtigste für die Conversion. Azoo bündelt das meiste über Stripe und hat Rechnung, Vorkasse und Abholung fertig eingebaut. Bei Shopify ist die Methodenvielfalt größer, Rechnung und Vorkasse kosten aber oft eine Extra-App, und externe Zahlungsanbieter werden mit einem Aufschlag belegt.
Aus 13 Jahren E-Commerce: die weichen Faktoren entscheiden
Ich verkaufe selbst über Shopify und habe für Azoo einen Test-Shop. Aus dieser Praxis und aus dem Support für meine eigenen Tools weiß ich: Am Ende entscheiden nicht die Features, sondern die weichen Faktoren. Drei, die wirklich zählen.
Der Support ist wichtiger als jede Funktionsliste. Frag nicht nur, ob es Support gibt, sondern auf welcher Sprache, wie schnell und wie gut bewertet. Ich spreche gut Englisch, mir ist die Sprache egal. Fällt dir Englisch schwer, achte zwingend auf deutschen Support. Azoo hat deutschen, persönlichen Support, und die Bewertungen dazu sind außergewöhnlich gut.
KI-Hilfe nützt wenig, wenn du nicht weißt, was du fragen sollst. Das sehe ich im eigenen Support täglich: Wer ganz am Anfang steht, stellt nicht die richtigen Fragen, weil ihm die Begriffe fehlen. Dann hilft kein Chatbot. Dann brauchst du einen Menschen am anderen Ende, der sich einlässt und ahnt, wohin du willst. Bei Azoo ist das so – die Gründer nehmen fast jeden Shop persönlich an die Hand, bis das Ergebnis steht. Bist du nicht technikaffin, ist Azoo für den Start die bessere Wahl.
Shopify wirkt günstiger – bis die Apps kommen. Auf den ersten Blick ist Shopify Basic billig. Aber um Shopify richtig zum Laufen zu bringen, brauchst du jede Menge Apps, und die sind fast immer kostenpflichtig. Das ist System: Shopify hält die Basis schlank und sauber, alles andere lassen externe Anbieter entwickeln und verkaufen. Bewertungen einsammeln? Nur mit kostenpflichtiger App, gerne 15 Dollar im Monat. Cookie-Banner? Extra-App. Rechtstexte sowieso, die hast du aber auf beiden Systemen. So schießt du schnell über den Grundpreis hinaus.
Manches geht bei Shopify kostenlos über den Code – das kostet aber Zeit, Wissen und Mut. Einiges kannst du selbst im Theme-Code ergänzen, mit KI-Tools wie Claude heute einfacher als früher. Aber du brauchst ein gewisses technisches Verständnis und musst dich trauen, daran zu bauen. Und unterschätze nicht, wie viel Zeit das frisst.
Die Agentur-Frage. Es gibt genug Shopify-Agenturen, die dir helfen. Aus eigener Erfahrung: Meine waren nicht besonders gut, und es sind erhebliche Mehrkosten. Wenn du den Shop nicht selbst bauen willst, rechne das ehrlich mit ein.
Und die anderen? Etsy, Jimdo, WooCommerce, Ecwid, Shopware
Azoo und Shopify sind nicht die einzigen Optionen. Was Handmade-Verkäuferinnen sonst noch vergleichen:
- Etsy ist kein eigener Shop, sondern ein Marktplatz – mit Reichweite, aber Abhängigkeit und Provision. Für viele lautet die ehrliche Antwort: Etsy behalten UND einen eigenen Shop aufbauen. Diese Grundsatzfrage beantworte ich ausführlich in Etsy oder eigener Shop – was sich wirklich lohnt.
- Jimdo ist ein Website-Baukasten mit Shop-Funktion, sehr einfach, als reines Verkaufssystem aber schwächer.
- WooCommerce ist ein WordPress-Plugin – maximale Freiheit und der beste Blog von allen, aber du wirst zur eigenen IT-Abteilung (Hosting, Updates, Sicherheit).
- Ecwid ist gut, wenn du einen Shop in eine bestehende Website einbetten willst.
- Shopware und Gambio zielen auf größere Händler, für Handmade meist überdimensioniert.
Für die meisten Handmade-Labels bleibt es bei der echten Entscheidung: Azoo oder Shopify, oft zusätzlich zu Etsy.
Mein Fazit
Es gibt keinen Gewinner für alle. Es gibt einen Gewinner für deine Situation.
- Du startest, bist nicht technisch und willst, dass sich jemand kümmert: Azoo. Nicht billiger, aber einfacher. Technik, Einrichtung und Schnittstellen sind erledigt, Server in DE, deutscher Support, monatlich kündbar.
- Du skalierst, willst Gestaltungsfreiheit, ein riesiges App-Ökosystem und niedrige Kosten bei Wachstum: Shopify. Günstiger ab mittlerem Umsatz, dafür baust und pflegst du selbst.
- Bloggen soll dein Hauptkanal werden: Keines von beiden allein. Kombiniere mit WordPress oder, besser, mit einer eigenen Newsletter-Liste.
Teste beide. Azoo bietet 14 Tage kostenlos, Shopify drei Tage plus eine vergünstigte Startphase. Bau in beiden denselben Testartikel ein und schau, in welchem Backend du dich nach einer Stunde wohler fühlst. Das Bauchgefühl im Tagesgeschäft entscheidet langfristig mehr als der Preisunterschied.
Hinweis in eigener Sache: Azoo testest du 14 Tage kostenlos. Entscheidest du dich danach für Azoo, bekommst du mit meinem Partner-Code KASSENKLINGELN 10 € im ersten Monat geschenkt. Shopify kannst du hier kostenlos starten. Wie oben offengelegt: Beides sind Partner-Links, über die ich eine kleine Provision verdienen kann – an deiner Entscheidung ändert das nichts.
Die Buchhaltung nicht vergessen
Egal welches System: Jeder Verkauf muss in die Buchhaltung – GoBD-konform, also so, dass das Finanzamt deine Belege akzeptiert (GoBD = Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung). Bei eigenen Shops entsteht hier schnell CSV-Chaos und manuelles Abtippen.
Offenlegung wie oben: Ich baue die Schnittstelle, die einen Azoo-Shop automatisch und tagesaktuell mit Lexware Office verbindet. Rechnungen, Stornos und Stripe-Zahlungen laufen ohne PDF-Import in die Buchhaltung. Aktuell ist das die einzige Lösung am Markt, die Azoo und Lexware Office direkt automatisiert verbindet. Details: buchhaltung.kassenklingeln.de. Für Shopify gibt es das von mir nicht – wer dort verkauft, sollte sich früh eine eigene Buchhaltungsanbindung suchen, sonst wird das Jahresende teuer.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist besser für Handmade: Azoo oder Shopify? Für nicht-technische Handmade-Verkäuferinnen, die Wert auf einfache Einrichtung, deutschen Support und Server in Deutschland legen, ist Azoo meist die ruhigere Wahl. Wer mehr Gestaltungsfreiheit, ein großes App-Ökosystem und niedrigere Kosten bei höherem Umsatz will, fährt mit Shopify besser. Auf den reinen Preis ist Shopify schon ab gut 1.000 Euro Monatsumsatz günstiger; ganz am Start ist Azoo leicht günstiger.
Was kostet Shopify im Monat? Der Basic-Plan kostet 25 Euro im Monat im Jahresabo (36 Euro monatlich kündbar) plus 2,1 % + 0,30 Euro pro Verkauf über Shopify Payments. Grow kostet 66 Euro, Advanced 289 Euro (jährlich). Dazu kommen – wie bei jedem Shopsystem – Rechtstexte (ab 9,90 Euro), optional ein Theme (100–450 Euro einmalig) und Apps. Die komplette Aufschlüsselung steht im Artikel „Was kostet Shopify wirklich“.
Was kostet Azoo? Azoo kostet 33 Euro im Monat bis 1.000 Euro Umsatz, 66 Euro bis 3.000 Euro und darüber 2,2 % vom Umsatz (maximal 999 Euro). Alle Funktionen sind im Preis, keine Vertragsbindung. Dazu kommen nur die Gebühren des Zahlungsanbieters und optionale Erweiterungen wie der Blog für 7,50 Euro.
Sind die Shopify-Themes kostenlos? Es gibt rund ein Dutzend kostenlose Themes direkt von Shopify. Premium-Themes kosten einmalig 100 bis 450 Euro, ohne laufende Gebühren. Bei Azoo ist das Design im Preis enthalten, dafür mit weniger Auswahl.
Brauche ich für Shopify in Deutschland zusätzliche Rechtstexte? Ja. Shopify liefert keine abmahnsicheren deutschen Rechtstexte – die beziehst du über einen Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei (ab 9,90 Euro/Monat) oder den Händlerbund (ab ca. 20 Euro/Monat). Wichtig: Diese Texte kosten auf jedem Shopsystem extra, auch bei Azoo. Der Unterschied ist nur, dass Azoos Shopsystem selbst anwaltlich geprüft ist, die Server in Deutschland stehen und die Anbindung der Texte fertig eingebaut ist.
Wie schwierig ist die Einrichtung? Azoo ist auf einfache Einrichtung ausgelegt: kein Code, kostenloser Artikel-Import, und ein persönlicher Techniker übernimmt, was sich nicht automatisieren lässt. Shopify ist umfangreicher und geführt (Einrichtungs-Assistent, KI-Helfer, 24/7-Chat), du baust und konfigurierst aber selbst – inklusive Theme, Zahlungen, Versand, Recht und Apps.
Welche Bezahlarten bietet Azoo? Azoo unterstützt PayPal sowie über Stripe Kreditkarte, Klarna, WERO/iDEAL und EPS, dazu Vorkasse, Kauf auf Rechnung, Abholung und Bezahlung bei Abholung. Du verbindest dafür einmalig ein Stripe- und/oder PayPal-Konto. Shopify bietet vergleichbar viele Methoden, Rechnung und Vorkasse laufen dort meist über eine Zusatz-App.
Soll ich Etsy für einen eigenen Shop aufgeben? Meist nicht. Sinnvoller ist, Etsy für Reichweite zu behalten und parallel einen eigenen Shop aufzubauen, um unabhängiger zu werden. Details dazu im Artikel Etsy oder eigener Shop.
Stand: Juni 2026. Preise direkt auf den Anbieterseiten geprüft, können sich ändern – im Zweifel dort nachsehen. Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Quellen: Azoo Preise · Azoo Startseite · Shopify Preise (DE) · IT-Recht Kanzlei: Shopify absichern · Händlerbund Rechtstexte Shopify · Stripe Preise · Billbee im Shopify App Store · Sendcloud im Shopify App Store